{"id":22,"date":"2015-06-18T17:57:58","date_gmt":"2015-06-18T15:57:58","guid":{"rendered":"http:\/\/ergo-ebel.de\/?page_id=22"},"modified":"2015-06-18T17:57:58","modified_gmt":"2015-06-18T15:57:58","slug":"konzentrationstraining","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ergo-ebel.de\/?page_id=22","title":{"rendered":"Konzentrationstraining"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ziele des Basistrainings<\/strong><\/p>\n<p>Das Konzentrationstraining nach Lauth\/Schlottke wendet sich an j\u00fcngere Kinder (7-9 Jahre) mit grundlegenden Schwierigkeiten beim Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen sowie bei der Verhaltenssteuerung.<br \/>\nIm 1. Teil des Trainings geht es um das Ein\u00fcben von Fertigkeiten, im 2. Teil um das Ein\u00fcben von Selbststeuerung (Reaktionskontrolle). Ferner kann es f\u00fcr pr\u00e4ventive Zwecke bei leistungsgef\u00e4hrdeten und impulsgest\u00f6rten Kindern eingesetzt werden.<br \/>\nDas Basistraining verfolgt insgesamt vier Ziele:<\/p>\n<ol>\n<li>Den Kindern wird handlungsrelevantes Wissen \u00fcber Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen vermittelt.<\/li>\n<li>Sie \u00fcben prinzipielle Basisfertigkeiten wie \u201egenau hinschauen\u201c, \u201egenau beschreiben\u201c, \u201egenau hinh\u00f6ren\u201c, \u201egenau zuh\u00f6ren\u201c und \u201enacherz\u00e4hlen\u201c, \u201eWahrgenommenes genau wiedergeben\u201c.<\/li>\n<li>Sie lernen Reaktionsverz\u00f6gerung (nachdenken, pr\u00fcfen), indem sie zun\u00e4chst eine Signalkarte (\u201eHalt, Stopp!\u201c) einsetzen und diese dann im weiteren Trainingsverlauf und im Alltag imaginativ verwenden (ikonisch-verbale Reaktionskontrolle).<\/li>\n<li>Die Kinder lernen, ihr Aufmerksamkeitsverhalten durch verbale Selbstanweisungen zu steuern.<\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen steht Ihnen das Praxisteam gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>Details zum Kurs<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Gruppe findet in fortlaufender Form statt.<\/li>\n<li>Der Einstieg ist nach einem Vorgespr\u00e4ch jederzeit m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Das einst\u00fcndige Training findet einmal w\u00f6chentlich statt.<\/li>\n<li>Gruppengr\u00f6\u00dfe 4 bis 6 Kinder \u2013 2 Therapeuten<\/li>\n<li>Bei Vorlage einer Verordnung f\u00fcr Ergotherapie werden die Kosten von der Krankenkasse \u00fcbernommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Voraussetzungen f\u00fcr Aufmerksamkeit<\/strong><br \/>\nAufmerksamkeit ist eine komplexe Handlung, die auf neuronalen und psychologischen Voraussetzungen beruht. Am Zustandekommen von Aufmerksamkeitsleistungen sind vielf\u00e4ltige Hirnareale beteiligt. Spezielle Bereiche des \u201eLimbischen Systems\u201c sind vor allem f\u00fcr das Auswerten von Sinnes-eindr\u00fccken, Ged\u00e4chtnisleistungen und die Entscheidungsfindung ma\u00dfgebend. Die Frontalregion des Neokortex (rechtsseitiges vorderes Stirnhirn) ist hingegen daf\u00fcr entscheidend, ob bestimmte Verhaltensmuster ausgef\u00fchrt, unterlassen oder unterbrochen werden. Neuropsychologisch setzen Aufmerksamkeitsleistungen eine sichere und rasche Merkmalserkennung (fr\u00fche bzw. sp\u00e4te Selektion von Reizen) sowie hinreichende F\u00e4higkeiten zur Informationsaufnahme und -verarbeitung voraus. Wichtig ist au\u00dferdem die F\u00e4higkeit, einen daf\u00fcr optimalen Aktivierungszustand aufrechtzuerhalten oder herbeizuf\u00fchren.<br \/>\nDiese Voraussetzung entwickelt sich erst im Laufe der Zeit: Kinder lernen, sich auf wichtige, aufgabenrelevante Einzelheiten zu konzentrieren. Es gelingt ihnen zunehmend besser, wichtige Informationen von weniger wichtigen zu unterscheiden und sich bevorzugt an die zu erinnern, auf die es ankommt. Sie gehen geschickter an Aufgaben heran und entwickeln eine flexiblere, genauere sowie wirksamere Aufmerksamkeitsstrategie. Ihr Aufmerksamkeitsumfang vergr\u00f6\u00dfert sich und ihre Aufmerksamkeitsdauer erweitert sich. Eine Reihe von kognitiven Voraussetzungen \/(z.B. Suchstrategien, Ged\u00e4chtniskapazit\u00e4t, Arbeitsstrategien, Selbststeuerung) verbessert ihr zielgerichtetes Verhalten. Diese Ver\u00e4nderungen h\u00e4ngen mit der Gehirnreifung, aber auch mit Lernerfahrungen zusammen.<br \/>\nKinder mit einer Aufmerksamkeits- und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung haben solche Voraussetzungen nicht angemessen entwickelt. Ihr auff\u00e4lliges Verhalten weist auf spezielle Defizite hin, die als mangelnde Selbststeuerungsf\u00e4higkeit sowie als Einschr\u00e4nkung der Informationsaufnahme und -verarbeitung interpretiert werden k\u00f6nnen. Ob und in welcher Form sich solche Schwierigkeiten entwickeln und manifestieren, h\u00e4ngt von neurobiologischen, psychologischen und sozialen Faktoren ab.<\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4rung von Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen<\/strong><br \/>\nAufmerksamkeitsgest\u00f6rte Kinder zeichnen sich zun\u00e4chst durch ihre Prim\u00e4rsymptomatik aus. Entsprechend der Diagnosekriterien zeigen sie ein \u00fcbergreifendes Verhaltensmuster an Unaufmerksamkeit, Impulsivit\u00e4t, Hyperaktivit\u00e4t \u2013 und dies in verschieden wichtigen Lebensbereichen (Schule, Familie, Spiel mit Gleichaltrigen).<br \/>\nBei n\u00e4herem Hinsehen erweist sich ihr Verhalten allerdings als recht situationsspezifisch:<\/p>\n<ul>\n<li>Beispielsweise zeigen sich Verhaltensschwierigkeiten im Unterricht, jedoch nicht zwangsl\u00e4ufig auf dem Spielplatz.<\/li>\n<li>Ihre Probleme treten st\u00e4rker bei fremdbestimmten (z.B. im Unterricht), weniger bei selbstbestimmten T\u00e4tigkeiten (z.B. bei freiem Spiel) auf.<\/li>\n<li>Unter unstrukturierten Bedingungen haben sie eher Schwierigkeiten als bei genauer Anleitung .<\/li>\n<li>Wenn eine unmittelbare Belohnung zu erwarten ist, verhalten sie sich zielbezogener und machen weniger Fehler.<\/li>\n<li>In neuen, spannenden Situationen haben sie weniger Schwierigkeiten als in solchen, die bereits ihren Reiz verloren haben. Bei l\u00e4nger andauernden T\u00e4tigkeiten schwankt ihr Verhalten st\u00e4rker und ist weniger konsistent als bei klinisch unauff\u00e4lligen Kindern.<\/li>\n<li>Sie haben vor allem Schwierigkeiten mit der Daueraufmerksamkeit, weniger bei kurzzeitigen Aufmerksamkeitsleistungen.<\/li>\n<li>Auch sind ihre Probleme besonders dann gro\u00df, wenn zeitlich weit auseinander liegende Anforderungen bei einer Aufgabe beachtet werden sollen.<\/li>\n<li>Es f\u00e4llt ihnen auch schwer, Dinge mit anderen Kindern zu teilen oder abzuwarten, bis sie an der Reihe sind.<\/li>\n<li>Ihr Verhalten zeichnet sich weniger durch wirkliche St\u00f6rungen, als vielmehr durch wenig regelhaftes Verhalten aus (z.B. aktive Beteiligung am Unterricht).<\/li>\n<li>Sie reagieren bevorzugt auf hervorstechende Merkmale innerhalb einer Aufgabe und vernachl\u00e4ssigen die subtilen, jedoch l\u00f6sungsrelevanten Bestandteile daran.<\/li>\n<li>Ihre Aufmerksamkeit ist besser, wenn das Arbeitsmaterial interessant und reizvoll gestaltet ist. Die Aufmerksamkeit ist bei abwechslungsreichen Anforderungen gr\u00f6\u00dfer. Ihre Schwierigkeiten zeigen sich also bevorzugt dann, wenn Stetigkeit, Selbststeuerung, Impulskontrolle und Bed\u00fcrfnisaufschub gefordert sind.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziele des Basistrainings Das Konzentrationstraining nach Lauth\/Schlottke wendet sich an j\u00fcngere Kinder (7-9 Jahre) mit grundlegenden Schwierigkeiten beim Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen sowie bei der Verhaltenssteuerung. Im 1. Teil des Trainings geht es um das Ein\u00fcben von Fertigkeiten, im 2. Teil um das Ein\u00fcben von Selbststeuerung (Reaktionskontrolle). 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