MKT für Kindergarten und Vorschule

Das Marburger Konzentrationstraining

Das MKT für Kindergarten- und Vorschulkinder versteht sich als Übungsprogramm, das allen Kindern zugute kommen kann. Bei manchen Kindern erscheint es sinnvoll, zusätzlich zu der normalen Vorbereitung durch den Kindergarten oder Vorschulunterricht ein Training durchzuführen.
Dies können Kinder sein,

  • die sich wenig zutrauen
  • bei denen die Schulreife fraglich ist
  • die sehr viel Zuwendung brauchen
  • die Defizite in einem oder mehreren Bereichen haben (Wahrnehmung, Sprache , Konzentration, Motorik, Leistungsmotivation…)
  • die Anzeichen einer beginnenden Aufmerksamkeitsstörung haben.

Inhalt und Ziel des MKT für Kindergarten- und Vorschulkinder ist das Tainieren der Selbststeuerung, um die Aufmerksamkeitssteuerung und die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern. Die Kinder lernen dabei, laut zu denken.
Zudem benötigen die meisten aufmerksamkeitsgestörten Kinder eine Förderung ihrer Wahrnehmung und Feinmotorik.
Das Training erhöht auch die Leistungsmotivation und Anstrengungsbereitschaft der Kinder.
Bei den Eltern schafft das Training ein Bewusstsein für die Problematik ihrer Kinder, erleichtert ihnen das Verständnis und unterstützt sie bei der Förderung ihrer Kinder.
Für weitere Fragen steht das Praxisteam gerne zur Verfügung.

Details

  • Die Gruppe findet in fortlaufender Form statt.
  • Der Einstieg ist nach einem Vorgespräch jederzeit möglich.
  • Gruppengröße: 4 bis 6 Kinder – 2 Therapeuten
  • Bei Vorlage einer Verordnung für Ergotherapie übernimmt die Krankenkasse die Kosten vollständig.

Ziel des Trainings

Im letzten Jahr der Kindergartenzeit sollte ein Kind so weit entwickelt sein, dass es den Anforderungen des Schulalltags gewachsen ist. Hierzu gehört, dass es von seinem Verstand her die schulischen Lerninhalte begreifen und verstehen kann. In der Wahrnehmung sollte es in der Lage sein, seine Fähigkeiten auszubauen und neue zu erwerben. Es soll vorbereitet werden, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
Daneben gibt es weitere Voraussetzungen:
Das Kind muss Anweisungen verstehen, Erklärungen folgen und selbst Gedanken formulieren können. Der Schulbesuch erfordert auch eine gewisse psychische und körperliche Belastbarkeit. Es wird von ihm erwartet, dass es sich in einer relativ großen Gruppe gleichaltriger Kinder angemessen verhalten kann. Es sollte genügend Selbstständigkeit entwickelt haben, um Aufgaben allein zu bearbeiten.
Die Fähigkeit, sich konzentrieren zu können, steht mit allen oben genannten Fähigkeiten im Zusammenhang.
Ein Kind zeigt Konzentrationsschwierigkeiten, wenn es ihm schwer fällt, seine Aufmerksamkeit der Situation entsprechend zu steuern. Das bedeutet, sich einer Sache zuzuwenden, dabei zu bleiben und Unwichtiges auszublenden. Je nach Alter des Kindes erwartet man eine gewisse Ausdauer.
Ein Kind, das in der Schule Konzentrationsschwierigkeiten oder sogar eine schwerwiegende Aufmerksamkeitsstörung entwickelt, zeigt bereits im Vorschulalter Auffälligkeiten.
Obwohl Kinder im Kindergarten und in der Vorschule noch mehr Freiraum haben in ihren Beschäftigungen, gibt es einige typische Verhaltensweisen, die auf eine Aufmerksamkeitsstörung hinweisen können:

  • Das Kind wechselt schnell von einer Aktivität zur anderen.
  • Das Kind scheint nicht zuzuhören.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten in seinem Gruppenverhalten.
  • Dem Kind fällt es schwer, Regeln einzuhalten.
  • Das Kind kann nur schwer abwarten, bis es an der Reihe ist.
  • Das Kind fordert viel Aufmerksamkeit durch sein soziales Umfeld.
  • Das Kind ist ungeschickt beim Basteln und Malen aber körperlich sehr belastbar.
  • Das Kind zeigt Defizite in seiner Wahrnehmungsentwicklung.

Warum ein Training?

Bei einigen Vorschulkindern ist die Schulreife oder Schulfähigkeit fraglich. Meistens wird die Schulfähigkeit nicht erst bei der Einschulungsuntersuchung in Frage gestellt, sondern bereits vorher von den Erzieherinnen und Erziehern im Kindergarten. Sie können meist gut einschätzen, ob das Kind für die Anforderungen der Schule bereit ist oder nicht.
Kinder, die in der Schule wegen Konzentrationsproblemen oder sogar einer ADHS-Problematik auffallen, haben häufig sehr ähnliche Leidensgeschichten. Die meisten Geschichten beginnen vor der Schulzeit, also im Kindergarten oder in der Vorschule. Viele Kinder sind schon dort auffällig gewesen.
Bei Vorschulkindern wird immer häufiger eine Aufmerksamkeitsproblematik beobachtet. Eltern, Pädagogen und Mediziner fragen vermehrt nach Programmen, die bereits im Vorschulalter greifen. In der Regel „verwächst“ sich unkonzentriertes Verhalten nicht – vielmehr haben diese Kinder ein erhöhtes Risiko, in der Schule zu scheitern.
Aus der Konzentrationsproblematik entstehen über kurz oder lang Leistungsprobleme. Aus Leistungsproblemen entwickeln sich häufig Verhaltensauffälligkeiten wie aggressives Verhalten oder psychische Störungen wie Ängste oder Einnässen. Die Konzentrationsproblematik bleibt also nicht auf den Leistungsbereich beschränkt, sondern wirkt sich auf das gesamte Leben des Kindes aus. Die Beziehung zu den Eltern wird dadurch belastet, die Eltern-Kind-Interaktion ist in vielen Familien gestört. Die Eltern versuchen zu helfen und lenkend einzugreifen. Dem Kind, das als begabt gilt, werden Vorwürfe wegen schlechter Leistungen gemacht.
Das Kind entwickelt als Folge ein schwaches Selbstbewusstsein und ein geringes Selbstwertgefühl. Es traut sich nichts mehr zu und strengt sich manchmal auch nicht mehr an. Oft entsteht ein Teufelskreis, aus dem die Familie kaum ausbrechen kann.
Je früher man etwas gegen Probleme unternimmt, die sich abzeichnen, desto erfolgsversprechender ist es.