Psychomotorik für Grundschule

Kinder sind Gäste
„Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.
Es gilt, den Gästen einen Weg anzubieten und
ihnen so lange Sicherheit und liebevollen Halt
zu geben, bis sie ihren Weg selbst gehen können“.
(Jirina Prekop)

Die Probleme
Dass dies bei unseren heranwachsenden Kindern ein schwieriges Unterfangen geworden ist, zeigt sich oft in den Alltagssituationen in der Schule aber auch im häuslichen Umfeld.
Unsere Zeit, in der „Kind sein“ manchmal schwer fällt, ist geprägt von einer Überbewertung des Materiellen, von wachsender Rücksichtslosigkeit, Entfremdung und Isolation. Eltern können sich infolgedessen nicht mehr auf traditionelle Bindungen oder Gewissheit verlassen und stehen bei der Erziehung ihrer Kinder oft vor einer Fülle von Problemen.
In der Schule hat sich der Bildungsauftrag sehr verändert. Neben dem Erlernen von Kulturtechniken und Schulwissen sind Lehrpersonen sehr gefordert, die Kinder auch individuell zu betreuen. Zappelphilippe stören den Unterricht , Traumsusen müssen ständig ermahnt werden – immer öfter sind Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten zu beobachten. Sie scheinen mit ihrem Alltag oft überfordert, was sich u.a. in Unselbstständigkeit, wenig Selbstbewusstsein, störendem Verhalten, sozialem Rückzug, Lernproblemen und mangelnder Gruppenfähigkeit zeigen kann.
Die Psychomotorik sieht im Spiel eine ideale Möglichkeit, die motivierende und an sich anregende Situation der Bewegung in eine entwicklungsfördernde Struktur umzuformen. Die im Spiel und seinen Regeln organisierte Bewegungshandlung wird so zu einem vorzüglichen Mittel, um Strukturen des alltäglichen Lebens zusammen mit dem Kind zu organisieren und zu rekonstruieren.
Psychomotorische Entwicklungsförderung schaut nicht nur nach den Symptomen, sondern versucht, eine umfassende diagnostische Erfassung der Stärken und Schwächen als Grundlage der Förderung zu schaffen.

Details

  • Die Gruppe findet in fortlaufender Form statt.
  • Der Einstieg ist nach einem Vorgespräch jederzeit möglich.
  • einmal wöchentlich
  • Gruppengröße 4 bis 6 Kinder – 2 Therapeuten
  • Bei Vorlage einer Verordnung für Ergotherapie übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Bewegen, Erleben und Wahrnehmen sind hier die grundlegenden Elemente.
Über gezielte Bewegungsangebote lernen Kinder, ihr individuelles und gesellschaftliches Leben positiv zu gestalten sowie aktiv und selbst verantwortlich für die eigene Entwicklung einzutreten. Damit trägt die Psychomotorik erheblich zur Herstellung gesundheitsfördernder Bedingungen bei.
Die Gruppe bietet betroffenen Kindern die Möglichkeit, gemeinsam mit Gleichaltrigen in einem sicheren und geschützten Rahmen in altersgerechter Form an folgenden Zielen zu arbeiten:

  • Wichtige senso-motorische Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu sammeln (Körperwahrnehmung) – BEWEGEN IST DAS TOR ZUM LERNEN
  • Verbesserung der Selbstkontrolle/Regulation mit Hilfe der Gruppensituation
  • Gefühle, Probleme und Vorstellungen im Zusammenhang mit ihrem schwierigen Alltag wahrzunehmen, zu verstehen und ausdrücken zu lernen
  • Eigenen Grenzen und die des Gegenübers erkennen und akzeptieren
  • Soziale Regeln (Rücksicht auf Wünsche) und Bedürfnisse anderer erkennen und anwenden
  • Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsfähigkeit
  • Besserer Umgang mit Nähe und Distanz
  • Eine verbesserte Kompromissbereitschaft
  • Eine erhöhte Frustrationstoleranz
  • Motivation und Ausdauer bei der Arbeit in der Gruppe
  • Umgang mit Aggression und anderen Gruppenemotionen

Von der Teilnahme an der Gruppe profitieren vor allem Kinder mit Auffälligkeiten

  • in der Entwicklung,
  • in der Motorik (Grob- und Feinmotorik),
  • in der Wahrnehmung,
  • im Lernverhalten (Teilleistungsstörungen) und
  • im Sozialverhalten.